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FAQ TV GERäTE

720p vs. 1080i wo liegt der Unterschied?

Autor: Denis Freund
27.12.2007, 01:35 Uhr

Im HDTV Broadcastbereich sind, anders als bei SDTV, zwei alternative Formate vorgesehen. So kann in Vollbildern (= progressiv) mit einer Auflösung von 1280 x 720 Pixeln, oder in Halbbildern (= interlaced) mit je 1920 x 540 Pixeln übertragen werden. Die Bildfrequenz beträgt, je nach betrachtetem Standort, 50Hz bzw. 60Hz.

Gerne wird behauptet, die progressive Übertragung böte im Endeffekt das bessere Bild. Tatsächlich sind solche Pauschalisierungen falsch. Zur Vereinfachung betrachten wir im Folgenden die Situation im PAL-Einzugsgebiet, die aber prinzipiell auch auf NTSC-Gebiete übertragen werden kann.


Film

War die Quelle Film (Aufzeichnung in 24 Vollbildern pro Sekunde), findet zunächst der PAL-Speedup Anwendung. Das Material wird also auf 25 Vollbilder pro Sekunde beschleunigt. Soll in 1080i50 gesendet werden, wird das Material dann in Halbbilder segmentiert. Für eine Übertragung in 720p50 muß jedes Vollbild einmal wiederholt werden. Diese Redundanz treibt den Bandbreitenbedarf unnötig in die Höhe, ist aber notwendig, um ein 50Hz-Signal zu erhalten.

In beiden Fällen liegen je zwei Bilder mit gleichem Zeitindex vor. Wir sprechen von einer 2:2 Kadenz. Im Falle von 1080i hat ein Halbbild zwar nur eine Auflösung von 1920 x 540 Pixeln, die originären Vollbilder (mit 1920 x 1080 Pixeln) können allerdings, einen vernünftigen Deinterlacer vorausgesetzt, verlustfrei wiederhergestellt werden. Die Halbbilder mit gleichem Zeitindex müssen hierfür einfach nur übereinandergelegt werden. Im Ergebnis steht ein Signal mit vollen 1920 x 1080 Pixeln und 25 Vollbildern pro Sekunde. Für Film ist also ein Broadcast in 1080i50 besser geeignet.

Video

Bewegen wir uns in Bereichen, in denen bei SDTV mit einer Aufzeichnung in 50 Halbbildern pro Sekunde gearbeitet wird (= Video), ergibt sich eine andere Situation. Als Beispiele seien viele Serien, Dokumentationen oder Sportübertragungen genannt. Gerade im letzten Fall ist man auf die doppelt so hohe zeitliche Auflösung angewiesen, da eine Aufzeichnung mit 24 oder 25 Vollbildern pro Sekunde nicht flüssig genug wäre.

Wird für die Übertragung in 1080i50, mit 50 Halbbildern pro Sekunde aufgezeichnet, gibt es keine Halbbilder mit gleichem Zeitindex mehr. Nach dem, für Flachbildschirme obligatorischen, Deinterlacing, ergeben sich 50 Vollbilder pro Sekunde. Allerdings können auch gute, adaptive Algorithmen (die benachbarte Halbbilder analysieren, um eine möglichst gute Rekonstruktion zum Vollbild zu erreichen) nie perfekt arbeiten, umso weniger, je mehr Bewegung im Spiel ist (weitere Informationen in unserem Deinterlacing-Artikel).

Ein Übereinanderlegen je zweier Halbbilder führt in bewegten Bildteilen zu unschönen Kammeffekten. Einfache Implementierungen skalieren jedes Halbbild zum Vollbild. Die effektive Auflösung beträgt in diesem Fall tatsächlich nur 1920 x 540 Pixel - und es kommt zu störendem Zeilenflimmern.

Eine Übertragung in 720p50 kann hier sichtbare Vorteile bringen, wenn in 50 Vollbildern pro Sekunde aufgezeichnet wurde. Das bei einer Interlacedübertragung notwendige Deinterlacing entfällt. Wir erhalten in jedem Fall die volle Qualität der 1280 x 720 Pixel. Die zeitliche Auflösung ist mit dem vorher beschriebenen Fall identisch.

Im Endeffekt entscheidet also das Quellmaterial, ob eine Übertragung in 720p50 oder 1080i50 sinnvoller ist.

1080p – die Lösung?

Sicher nicht im Broadcastbereich. Hier geht es um einen möglichst geringen Bandbreitenbedarf. Hinzu kommt die angesprochene Redundanz bei Filmmaterial, die sich negativ auf diesen Faktor auswirkt.

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